Qualifikation DSchneEM

Ausgebremst


Ergebnisdienst
Heute (So. 28.8.) fand die Qualifikation zur Deutschen Schnellschachmeisterschaft (das "richtige" Turnier... Sie ahnen, Corona) statt, wie fast immer am Alten Teichweg. Sowohl die Frauen als auch die Männer spielten unter sich.
Bei den Frauen können wir eigentlich den Bericht vom Blitzen 1:1 copypasten - sowohl, was die Beteiligung als auch den Verlauf angeht. Azadeh ist trotz DWZ-Unterschied die positionell reifere Spielerin, aber wenn die Zeit sehr knapp wird, kann man deutlich erkennen, daß sie beginnt, mit den Fingern zu denken. Diesen Trick beherrschen aber nur Kraken :-), und so kommen dabei nur Fingerfehler raus. So gewann Constanze 2:0, die Quali sowie einen kleinen Snack.

Bei den Männern ergab sich erst einmal das Problem, daß so ein Bovist 🍄 :-) das Turnier verpennt hatte (oder was auch immer los war, auch über Handy konnte Hendrik nix eruieren). Damit das Feld nicht ungerade würde, verzichtete euer Ö auf die Teilnahme, und die Rundenzahl wurde auf 5 verringert (was auch vermied, daß wir bis in die Puppen spielten - jede Runde enthielt mindestens eine bis zum Ende ausgekämpfte Partie, und bei 10'10'' läppert sich der Bonus). Damit spielten 12 Leute. Bitter für Tom Woelk: Das gesamte Turnier über führte er, aber nach einem Remis in der letzten Runde schob sich Aljoscha Feuerstack qua Feinwertung noch an ihm vorbei (beide 4/5). Vielleicht war es auch keine gute Idee von ihm, die Partien mitzuschreiben (der Ö hat in seiner Jugend Schnellschachpartien regelmäßig mitgeschrieben, *ohne* Bonus, aber der zieht ja auch schneller als sein Schatten).

Es ist nicht ganz einfach, eine passende Partie zu finden - es gab so eine große Auswahl an hochklassigen und unterhaltsamen Kampfpartien, aber wie rekonstruieren, wenn man als Schiri nur durch die Gänge wetzt? Speziell Markus Hochgräfe tat sich mit skurrilen Materialverteilungen hervor und wandelte sogar mal in einen Springer um (O-Ton: "Wollte ich schon immer mal!"), um eine Supergabel auf König und *zwei* Damen zu vermeiden (vermutlich hätte es keinen Unterschied gemacht - wir werden es nie erfahren, dem so in Verwirrung gestürzten Valerian Giraud fiel danach die Zeit). Aber diese Mehrstufen-Kombi habe ich komplett mitgekriegt:

Kotyk-Voigt. Klar, daß hier 1...Txd4! 2.Txd4 Lc5 folgte, aber das ist nur die Einleitung. Weiß hat kaum Besseres als 3.Sfe2 und wurde mit 3...h5 weiter geärgert. Der arme Bg4 klebt an der Bewachung von f5, seine Freunde sind beide gefesselt. Also: 4.Kg3 hxg4! Der Turm geht nirgendwo hin, sonst folgt einfach gxf3 und zumindest f2 ist möglich, was wegen des Th1 noch sehr teuer wird. Also 5.Txg4 Sxg4 6.Kxg4. Ist jetzt Weiß gerade noch mal heil aus der Sache rausgekommen?
Markieren zum Entspoilern: 6...Ld6! und am Ende erwischt es Seine Majestät persönlich - gegen Ld7+ und f6# ist nichts Sinnvolles zu machen.

Hauke Reddmann