Einen scharfen Königsinder gab es bei Schiele - Pittelkow. Nach zuvielen
Bauerntäuschen links wie rechts verflachte die Partie zum Ausgleich. Wir steigen ein, als der schwarze
König grad seine hässliche Nase zuweit aus seiner Festung gestreckt hat und mit 50...Ke7 schleunigst
retirieren sollte, mit nur geringem weißem Vorteil. 50...Dg4? 51.Dh6+ Ke7 52.f6+
(Zu früh. Hier ist 52.Lc4! mit Deckung von e2 fett gewonnen, z.B. 51...Dxe4 52.De6+ Kd8 53.Lb5
und nur Racheschachs bleiben.) 52...Kd8 53.Dh8+ Kd7 54.Dg7+ Kd8 (Jetzt wird es kompliziert. Die Partie
55.Dg8+ Lxg8 56.Lxg8 Ke8 57.Kh3 Lc5 68.Kh4 Lf2 = zwang Schwarz nur vier offensichtliche präzise Züge ab.
Auch 55.Dxg4 ist nutzlos. Bleiben also wieder 55.Lc4 (Schach auf e2 verhindern), 55.Lc6 (auf ihn mit Gebrüll)
oder...ganz anders. Was ist richtig? Nur ab 2500+, sogar der Endspielgott ist gescheitert :-)
Leerraum unten oder alles mit CTRL-A markieren zum Entspoilern:
55.Lc4 c6! kratzt Schwarz nicht. 55.Lc6 De2+ 56.Kh3 Df1+ 57.Kh4 Dh1+ 58.Kg5 Dc1+
59.Kxh5 Dxc6 60.Dg8+ De8+ 61.f7 Df8 =.
Der einzige Weg, ernsthaft Vorteil zu behalten, wäre gewesen: 55.Lb7!! c6 (sonst Dh8+) 56.Lxc6,
gleiche Variante ohne den Bc7, und das reicht Weiß aus, um den Bg3 nachzuschieben, ohne daß Schwarz viel machen kann.
Aber 55.Lb7 am Brett, mit einer Endstellung, die alles andere als nach ca. +2.5 (Engine) aussieht...
da hätte der Schiri bestimmt eine Ganzkörperkontrolle angeordnet :-)
Hauke Reddmann