🥧 Hamburger Sportbund 75 Jahre 🥧

Früher war mehr Lametta

"Schreibst du einen Artikel?" fragten mich Martin Bierwald und Geert Witthöft, die sich (neben Rainer Grünberg, HSK-Vorstand Thomas Woisin und natürlich Eurem Artikelschreiber) als einzige Schachspieler auf das Fest zum 75. Geburtstag des HSB verirrt hatten. Je nun, da müsste ich (vor allem schachliches) Material zum Schreiben haben. Der HSB ist nämlich angenehm hamburgisch professionell. Selbst seine 50-Jahr-Feier fiel irgendwie unter den Tisch, und auch bei der 75-Jahr-Feier wurde mit Sex, Drugs & Rock'n'Roll gegeizt. Obwohl die schicke Location (das Lascana auf dem Parkdach der Hamburger Meile) durchaus dazu eingeladen hätte. Es gab ein paar sehr kurze (auch das ist hanseatische Fachkompetenz) Reden zu Vergangenheit, Zukunft und Ehrungen, dann gab es ein fettes Büfett, und am Ende wurde noch ein wenig rumgenetworkt und der Diidschay legte ebenso fette Beats auf, womit eurer rasender Reporter endgültig auf der falschen Party war, und mit seiner Goodietüte abzog. U.a. mit einem kleinen Geschichtsbuch HSB 1948-2023, aus dem noch ein kleiner Döntje zitiert sei. Chronikschreiber Lars Amenda hat das Wort:
"Anfang 1950 erfassten den HSB erhebliche Turbulenzen, genau wegen des Fussballtotos. Ein längerer Artikel im bundesweit erscheinenden Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL am 25. Januar 1950 breitete die Details des Geldflusses und die persönliche Beteiligung einiger Verantwortlicher wie die des HSB-Vorsitzenden Ernst Junge aus. Zwar handelte es sich nicht um einen ernsthaften Korruptionsfall, allerdings goss Ernst Junge persönlich reichlich Öl ins Feuer. Junge, so war im SPIEGEL-Artikel zu lesen, rufe jeden Journalisten per 'Säbelforderung' zum Duell auf, der ihn der Korruption bezichtige. 'Sollte der Journalist die Forderung nicht annehmen, so würde ich mich genötigt sehen, ihn in aller Öffentlichkeit zu verprügeln, bis er hierzu gezwungen wird', zitierte das Magazin den Vorsitzenden und aktiven Boxer weiter. Das waren ungewöhnliche Worte für einen Vorstandsvorsitzenden und die zogen schnell Konsequenzen nach sich. Ernst Junge trat Anfang 1950 nach dem verbalen Fauxpas von seinem Amt zurück - aus beruflichen Gründen, wie er angab."
Das waren noch Zeiten...

Gratulieren wir also alle dem HSB zum 75. Jubiläum, und dem Volksdorfer Schachklub gleich mit zum selbem (damit wir den Schachbezug haben), und hoffen, daß beim 100. die Erde noch steht...


Und damit ihr alle in der Zwischenzeit was zu tun habt, hier ein Matt in 75 Zügen, was ich aus der Problemschachzeitschrift SCHWALBE geklaut habe. Die wird nämlich schon nächstes Jahr 100.

In Weiß auf Weiß (zum Lesen den Leerraum unten mit der Maus markieren):
Nach der Einleitung 1. Da6+! Kb4 2. Da4+ Kc3 3. Dc2+ Kb4 4. Dc4+ Ka3 5. Da4+ Kb2 6. Kxe4 cxb6 wird folgendes Manöver wiederholt, bis sich bei Schwarz alle Bauern festgelaufen haben: 7. Kd5 Kc3 8. Dc2+ Kb4 9. Dc4+ Ka3 10. Da4+ Kb2 11. Kc4 h6 usw., bis 71. Kc4 Lxf2 72. Sxf2 h1D 73. Sd3+ Sxd3 74. Db3+ (oder Dc2+) 75. Dc2# (oder Db3#)

Hauke Reddmann