Kulturabend Blankenese

Schachgeschichte


Im Rahmen der 100-Jahre-Feiern von Blankenese fand auch diese (und nicht letzte!) Veranstaltung statt. Im Grunde genommen enthält die Ankündigung schon alles, was man wissen muss. Ohne Friedel gäbe es die Datenbank ChessBase nicht, i.e., euer rasender Reporter hätte immer noch ca. 200 ELO mehr, weil man sich noch mühsam per Hand auf sein Chaos vorbereiten und die Nacht dazu durchmachen müsste und dann am nächsten Tag am Brett einschliefe :-) Man kann kann gar nicht hoch genug einschätzen, was für ein Gamechanger ChessBase im Spitzensport war, bis hin zur Tatsache, daß die GMs immer jünger werden.
Und auch die Zeitschrift Computerschach und Spiele, deren Chefredakteur er war, war ein gern gelesenes Blatt (sogar die Informatik-Bibliothek der Uni hat noch ein paar Exemplare). Die Geschichte ist auch über diese Publikation hinweggegangen (vermutlich seit dem Zeitpunkt, als Otto Normalverbraucher nicht mehr mit Schachprogrammen mithalten konnte), auch wenn sie technisch gesehen nie eingestellt wurde (im Impressum steht jetzt Dieter Steinwender von Blankenese, der den Abend organisiert hatte). Oder ist es, weil jetzt doch der Remistod des Schachs - zumindest bei Engines - droht? Hier ein Leih aus dem brandneuen ICGA* Journal: R. Pijl, "The future of computer chess tournaments", Summary: When excluding games where hardware plays a major role (e.g., Stoofvlees in the soft-ware championship due to the basic graphics card, Arasan in the WCCC) all games are likely to end in a draw. HRs Einwand (für die Zuschauer): Es gibt auch sehr interessante Remispartien, sogar im Artikel.
Und die Welt- und ggf. auch Kleinmeister gaben sich in seinem Haus die Klinke in die Hand (herrlich das trockene "Hey, wir könnten ja ein Kategorie-21-Turnier spielen", als gleich vier Super-GMs eintrudelten). Sogar Bobby Fischer, post-Dunkle Seite der Macht, rief bei ihn an, und es war kein Telefonstreich. Friedel füllte den Abend mit weiteren Döntjes über Gott und die Welt. Eigentlich sollte die Sache ja nur zwei Stunden dauern, aber am Ende reichte das Material locker für drei. (Hätte man die Weihnachtsfeier des HSchV-Vorstands nicht gleich auch nach Blankenese verlegen können? Das ganze fand doch schließlich in einer Mensa statt. :-) Der r.R. überlegt bei seinen vielen kollidierenden Schachterminen in letzter Zeit, ob er sich klonen lassen könnte...)
* Als HR noch seinen freien Uni-Zugang hatte, hatte er dort regelmäßig gestöbert. Dieser dort gedruckte Fun Fact mag für Future Frederic interessant sein: Die obere Grenze für die Anzahl möglicher Schachstellungen (nicht Partien, die ist noch viel höher und wurde auch am Abend erwähnt) wurde jüngst von 10^40 auf schlappe 10^37 gedrückt :-)


FF für Frederic Friedel! Links #2, rechts #3.
In Weiß auf Weiß (zum Lesen den Leerraum unten mit der Maus markieren):
Links: 1.Tf3! 2.Tf4# Rechts: 1.Te1! 2.Tb1 3.Tb4# (Schwarz hat nix zu melden)

Hauke Reddmann